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04.01.2019

Smart City Loop: Warum nicht einfach unterirdisch?

Es sind die immer gleichen Themen, die die Urbane Logistik beherrschen: Verkehrslärm, Staus, Feinstaubbelastung, fehlender Parkraum, drohende Fahrverbote. Die Liste ist lang, der Handlungsbedarf zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens in Städten und Ballungsräumen groß. Ideen dafür gibt es viele. Das innovative Logistikkonzept "Smart City Loop" versucht das Problem schon auf der "Vorletzten Meile" anzugehen – indem es den Güterverkehr unter die Erde legt. Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML untersucht in einer Machbarkeitsstudie, wie sich der unterirdische Transport technisch und wirtschaftlich realisieren lässt. Am 5. Dezember 2018 wurde das Projekt in Berlin durch Bundesumweltministerin Svenja Schulze als eines der Gewinnerprojekte des Wettbewerbs "Nachhaltige Urbane Logistik" ausgezeichnet.

Um in Zukunft die Innenstädte weiterhin beliefern zu können, bedarf es innovativer Logistikkonzepte – darin sind sich Städte, Logistikdienstleister und Händler einig. Wie diese konkret aussehen sollen, darüber lässt sich streiten. Obwohl es viele Studien und Initiativen zum Thema gibt, haben Kommunen und Wirtschaft dem unterirdischen Transport zur Belieferung der Innenstadt bisher nur wenig Beachtung geschenkt. Nicht selten wird die Idee als "nicht realisierbar" abgetan, da die Umsetzung schlicht "zu teuer" sei. Das Konzept "Smart City Loop" könnte jetzt aber für Aufwind sorgen, da es nicht nur mit einer schnellen technischen und rechtlichen Realisierung überzeugt, sondern auch in puncto Kosten.

Finanzieren soll sich der Transport über GEinen Durchmesser von 2,80 Metern sollen die Röhren haben, in denen Güter auf Ladungsträgern wie Paletten oder Transportbehältern vollautomatisch und unterirdisch transportiert werden. Ausgehend von einem Güterverkehrszentrum bzw. einem City Hub am Stadtrand sollen die Waren die letzten vier bis acht Kilometer bis in die Innenstadt zu einem Micro-Hub befördert werden. Von da aus erfolgt die Feinverteilung durch bestehende Lösungen, wie beispielsweise E-Bikes oder Elektro-LKW. Der Clou: Es sollen Kanäle anstelle von Tunneln gebaut werden. Im Vergleich zum Tunnelbau (1 km > 100 Mio €) kostet der Kanalbau nämlich nur einen Bruchteil (1 km ca. 3 Mio €) und ist mit deutlich unkomplizierteren Genehmigungsverfahren verbunden. Schon bei der Konstruktion der Röhren sollen nur etablierte Verfahren und Fördertechniken zum Einsatz kommen. Dadurch fallen selbst die Entwicklungskosten gering aus.

Finanzieren soll sich der Transport über Gebühren, zum Beispiel von Händlern, die pro Palette zahlen – ähnlich wie heute für Stauraum im LKW.

www.iml.fraunhofer.de



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