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Lärmbekämpfung - Ausgabe 5/2017

Die Bedeutung des Schienenzustands für die Entstehung und Prognose von Schienenlärm

Der Fahrflächenzustand der Schiene ist neben dem Zustand der Fahrzeuge eine weitere wesentliche Einflussgröße für die Schallemission des Schienenverkehrs und hat daher auch Eingang in gesetzliche und normative Regelungen gefunden. Abhängig von der Verkehrsbelastung und Instandhaltungsmaßnahmen unterliegt der Fahrflächenzustand ständigen Veränderungen. Mit dem Schallmesswagen der DB Netz AG steht ein Messfahrzeug zur Verfügung, welches büG-Strecken effizient überwacht und darüber hinaus regelmäßig den allgemeinen akustischen Zustand des Schienennetzes erfasst. Durch Erhöhung der jährlich geschliffenen Strecken-Kilometer hat sich der durchschnittliche akustische Schienenzustand in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und übertrifft inzwischen signifikant den Wert, der als „durchschnittlicher Schienenzustand“ Eingang in die Schall03 gefunden hat. Die seit einiger Zeit bei bestimmten eingesetzten Schleifverfahren nach der Schienenbearbeitung vermehrt auftretenden belästigenden Geräusche mit tonalen Komponenten werden derzeit im Rahmen des Forschungsprojekts „Geräuschoptimiertes Schienenschleifen“ mit finanzieller Förderung aus Mitteln des Zukunftsinvestitionsprogramms der Bundesregierung untersucht. Ziel ist neben der Beseitigung der Belästigung die Erarbeitung von Anforderungen an Schleifverfahren aus akustischer Sicht, die zukünftig bei der Vergabe von Schleifleistungen gestellt werden können. Eine Pflicht zur Einhaltung und Überwachung des akustischen Zustands des Schienennetzes besteht für die DB Netz AG als Betreiber der Schieneninfrastruktur ausschließlich für das besonders überwachte Gleis als Maßnahme des aktiven Schallschutzes (derzeit auf ca. 1200 Gleis-Kilometer). Allerdings wurde auch hier keine Grenze für die Schienenrauheit vom Gesetzgeber vorgegeben, sondern eine Eingriffsschwelle für den Schallpegel. Anforderungen an die Schienenrauheit aus der TSI NOISE und der Norm DIN EN ISO 3095 gelten ausschließlich für Abnahmemessungen an Eisenbahnfahrzeugen. Sie gelten ausdrücklich nicht für den regulären Eisenbahnverkehr.

The importance of rail condition for generation and prediction of railway noise

Summary Rail roughness is in addition to the acoustic condition of rolling stock one of the major parameters steering the noise emission from rail traffic. For this reason both noise legislation and standardization make reference to rail roughness. The roughness of the rail head is permanently changing depending on the traffic on the line and maintenance procedures. The sound monitoring train of DB provides an efficient measuring device for monitoring track sections declared as ‘specially monitored track’ and furthermore enables to assess the general acoustic condition of DB’s tracks. The increase of grinding operations in the recent years has continuously improved the acoustic condition of DB’s tracks so that the average acoustic condition of the tracks nowadays considerably exceeds the ‘average rail condition’ laid down in Schall03. Lately occurring tonal components in the rolling noise after preventive rail grinding operations when performed by specific grinding technologies have led to annoyance of residents in the vicinity of railway tracks. The cause is currently being investigated within the framework of the innovation project “Geräuschoptimiertes Schienenschleifen“ funded by the German Federal Government. Elimination of the annoying components as well as the definition of specifications for rail grinding operations from an acoustic point of view is in the focus of the project. An obligation for regular acoustic monitoring exists for DB Netz AG as infrastructure manager exclusively on the “specially monitored track“, which is implemented as an active noise protection measure on about 1 200 km of track. However, no upper limit for rail roughness has been defined by the legislator. Instead, a threshold based on the noise level has been laid down. Requirements for rail roughness set in TSI NOISE and DIN EN ISO 3095 apply only for homologation of rolling stock. They expressly do not apply for regular rail traffic.

Autor(en):
Asmussen, B.; Lange, S; Rothhämel, J.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Lärmbekämpfung 5/2017, Seite 158-162
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