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Lärmbekämpfung - Ausgabe 4/2012

Perspektiven für den Lärmschutz bei der Bahn: „10-Punkte-Programm Leises Rheintal“ und „Mittelrheintal-Bahnlärmindex“

Die hohe Lärmbelastung der Bevölkerung entlang der Bahnstrecke im Mittelrheintal durch den Schienenverkehr, insbesondere durch nächtlichen Schienengüterverkehr ist seit Jahren bekannt. Die Umwelt- und Verkehrsministerien der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz haben im Jahr 2010 das 10-Punkte-Programm „Leises Rheintal“ veröffentlicht, ein Schutzkonzept zur Minderung des Bahnlärms im Rheintal. Wesentliche Punkte des Schutzkonzepts sind ein Lärmmonitoring, die Aufstellung einer Expositions-Wirkungskurve für das Rheintal sowie der neu entwickelte wirkungsbezogene Mittelrheintal-Bahnlärmindex, der hier dargestellt wird. Entsprechend der am Tag und in der Nacht unterschiedlichen Lärmwirkung ist der Bahnlärmindex zweigeteilt. Er stellt gemeindebezogen am Tag den Anteil der hoch belästigten Bevölkerung und nachts die mittlere Anzahl von lärmbedingten Aufwachreaktionen pro Person dar. Mit dem Bahnlärmindex kann die Wirkung von Schallschutzmaßnahmen ermittelt werden. Eine deutliche Verringerung der Indexwerte ergibt z. B. die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 70 km/h. Um den gleichen Effekt zu erzielen, ist eine Umrüstung von mindestens 50 % der Güterwagen auf Verbundstoff-Bremssohlen notwendig. Durch die Verwendung von Dosis-Wirkungsbeziehungen wird im Unterschied zur Betroffenheitsanalyse der Lärmkartierung u. a. die Frage implizit beantwortet, ob es wirksamer ist, durch eine Maßnahme wenige relativ hoch belastete oder eine höhere Anzahl niedriger belasteter Personen zu schützen.

Perspectives of noise protection for railways: “10-points program Quiet Rhine Valley” and “Railway Noise Index Middle-Rhine”

Summary High noise levels along the railway in the Middle Rhine Valley by rail transport, particularly nightly freight transportation, are known for years. The Ministries for Environment and Transport of the states Hesse and Rhineland-Palatinate published a 10-point program called “Quiet Rhine Valley” in 2010, which is a protection concept for the reduction of railway noise in the Rhine Valley. The main aspects of the protection concept as described in this article are a noise monitoring, an exposition impact graph for the Rhine Valley as well as the new developed impact railway noise index. According to the different noise effects for day and night time, the index is split. Related to every township the index shows the percentage of highly annoyed persons during the day time and also the average of nightly awake reactions per person. The railway noise index gives the possibility to determine the impact of noise protection measures. For example, a reduction of speed to 70 km/h means an obvious reduction of the index values. To have the same effect, at least 50% of the goods wagons would have to be converted to low noise brake pads. Using the dose-effect-relation as a tool for the determination of effects of measures in contrast to the exposure analysis of the strategic noise mapping is advantageous. With the dose-effect-relation a statement can be given, if a measure is adequate for the protection of only a few highly annoyed persons or a bigger amount of less annoyed persons.

Autor(en):
Giering, K.; Schreckenberg, D.; Augustin, S.; Eberle, W.; Möller, G.; Barth, R.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in:
Lärmbekämpfung 4/2012, Seite 154-164
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