Verlag > Lärmbekämpfung > Aktuell
   

News

22.11.2017

Neue Lärmobergrenze soll künftig Anwohner vor Fluglärm schützen

Rund um den Flughafen Frankfurt am Main wird es künftig eine Lärmobergrenze zum Schutz der Flughafenanwohner vor Fluglärm geben. Die konkrete Umsetzung der Lärmobergrenze wird in einem frei‧willigen Bündnispapier geregelt, das Ergebnis eines Kompromisses, der von allen Beteiligten – dem Hessischen „Verkehrsministerium“ mit der Frankfurter Fluglärmkommission, dem Forum Flughafen und Region, der Fraport, der Deutschen Lufthansa, der Condor und dem BARIG – ausgehandelt wurde. Klare und langfristige Rahmenbedingungen beim Thema Lärm dienen der Investitions- und Planungssicherheit für zukünftige Wachstums- und Flottenentscheidungen bei Lufthansa. So stellt die Lärmobergrenze einen akzeptablen Kompromiss dar und ergänzt das bestehende Engagement aller Akteure, die Anwohner des Flughafens von weiterem Anstieg des Lärms zu entlasten und dabei die Wachstumsfähigkeit der Branche nicht einzuschränken. Aktiver Schallschutz wie der Einsatz moderner leiser Flugzeuge und neuer Flugverfahren sowie Maßnahmen zum passiven Schallschutz werden ständig weiterentwickelt, um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Im Regionalen Dialogforum und im Forum Flughafen und Region wurden verschiedene Konzepte erarbeitet. Damit der Fluglärm in der Region begrenzt werden kann, müssen sich jedoch alle Akteure konsequent an die Vereinbarung halten. Um den weiteren Anstieg der Lärmbelastung in der Region zu minimieren, soll die Lärmobergrenze die Fläche begrenzen, in der die Lärmbelastung am Tag besonders hoch ist. Damit werden die in der Vergangenheit für die Nachtzeit bereits ergriffenen Maßnahmen zur Begrenzung des Lärms ergänzt. Konkret sieht das Modell vor, die Gebiete mit hoher Fluglärmbelastung (55 dB(A) und mehr) sowie mit der höchsten Fluglärmbelastung (60 dB(A) und mehr) zu begrenzen. Dabei wird, wie bei Fluglärmprognosen üblich, die sog. 3-Sigma-Regelung angewendet. Zur Überprüfung des Modells wird jedes Jahr anhand der real stattgefundenen Flugbewegungen berechnet, ob die Lärmobergrenze im Vorjahr eingehalten wurde und eine Abschätzung der voraussichtlichen Entwicklung der Folgejahre erstellt. Dabei werden auch Reduktionen durch neue leisere Flugzeuge und umgesetzte aktive Schallschutzmaßnahmen berücksichtigt. Dieses Monitoring wird fachlich durch die Bündnispartner begleitet und zusätzlich durch das Umwelt- und Nachbarschaftshaus qualitätsgesichert.

www.wirtschaft.hessen.de



IMPRESSUM  |  © SPRINGER-VDI-VERLAG 2017